Pressestimmen

Hallo, hier sind einige unserer Zeitungsartikel zum anschauen. Viel Spaß beim lesen!

Mainpost - 24.07.2008

Zwei Stunden Komik auf Fränkisch

Kabarettabend zum 40-jährigen Bestehen des Kindergartens Oberthulba

Einen packenden Kabarettabend gab es zum 40-jährigen Bestehen des Kindergartenvereins St. Johannes Oberthulba. Als „Rüdicher und sei Fraa“ schossen die Dettelbacherinnen Sonja Ringelmann und Karin Laug über zwei Stunden lang wahre Salven ihrer fränkischen Komik auf das Publikum ab. Mit ihrem Programm Ganzkörperkultur hatten sie in Oberthulba eine Premiere.

„Rüdicher, hast du dei Gebiss an oder musste wieder beim Essen zutzeln?“, fragte die Frau, der die Mundart-Kabarettistinnen keinen Namen gaben. Dominant
dozierte sie: „Man stellt sich als Frau nicht hin und sagt offen, was man will. Man sagt als Frau lieber seinem Mann, was der für sie tun soll.“

Als älteres Ehepaar agierten Ringelmann in der Gestalt des mimenreichen, aber zumeist schweigend leidenden Ehemanns Rüdiger und Laug als umso beredtere und ihren Mann dominierende Ehefrau. Sie hatten den Franken offensichtlich schon seit Jahren aufs Maul geschaut. „Wir fühlten uns in vielen Dingen ertappt“, meinten die Zuschauer.
Schier endlos war der Fundus an Selbsterkanntem, das Ringelmann und Laug kabarettistisch umsetzten. Im Fokus hatten sie vor allem das Bonus- und Rabattsystem im so genannten Gutscheinzeitalter. Mit diesen Gutscheinen gingen
Rüdiger und dessen Frau essen, ließen sich den Zahnstein entfernen und genossen die Fitness im Schwimmbad oder beim Walking.
Als Bundestagsabgeordnete holte Laug die Franken aus der Krise. Diese Franken
seien nämlich gar nicht so humorlos, wie so oft behauptet. Selbst den „Neigeschmeckten“ galt Laugs Sympathie: „Denn auch die Nichtfranken sind Menschen.“ Weniger gnädig ging sie mit den Politikern um: „Da wird viel geredet
und doch nichts getan.“

Einen Seitenhieb erhielt auch Familienministerin von der Leyen. „Wer sieben
Kinder hat, der sollte auch kochen können“, so die fränkische Kabarett-Fraa. Wie
man raffiniert leckere fränkische Kost zubereitet, ist jedoch dem neuen Kochbuch
von Simone Döring zu entnehmen, das der Johannisverein anbietet. Auf rund 200
Seiten sind dort die gesammelten Rezepte aus der Region nachzulesen. Das
Titelbild des Kochbuchs stammt von Pascal Günther aus einem Malwettbewerb.
Toni Uebel hatte die Gestaltung und den Druck übernommen.

Der Kabarettabend war für Bürgermeister Gotthard Schlereth die Gelegenheit,
einige Ehrungen langjähriger Mitglieder des Kindergartenvereins vorzunehmen.
Seit 40 Jahren sind Ellen Halbig, Herbert Neder, Josef Schießer, Anton Schmitt,
Michael Straub und Josef Waldner Mitglied. Marianne Söder und Günther Straub
sind seit 36 Jahren, Maria Karolus seit 32 Jahren dabei. Gerda Blümm, Manfred
Danz, Herbert Junk, Manfred Kessler, Edith Schorn, Adolf und Karl Schottdorf
gehören seit 30 Jahren dem Verein an.

Seit 25 Jahren sind Gerhard Adam, Hedwig Bahn, Eugen Freiberg, Margit Geiger,
Heinz Halbig, Christiane Halbig, Rainer Herold, Albrecht Schmitt und Herbert
Zwecker im St. Johannes-Verein.



Tauberzeitung - 23.01.2008

Nörgelnde fränggische Xanthippe

Fränkisches Mundartkabarett ist derb, knorrig, bodenständig und immer hautnah an den Realitäten des Alltagslebens. Spätestens seit den Auftritten von „Nützel“ alias Bernd Regenauer hat es sein Stammpublikum. Diesmal spielten Rüdicher und sei Fraa“

TAUBERBISCHOFSHEIM Es war ein kalkulierbares Risiko für Volker Weidhaas vom Kunstverein Tauberbischofsheim, weitere Exemplare aus der offenbar reichhaltigen fränkischen Kleinkunst Fauna für ein Gastspiel zu verpflichten diesmal sogar im Doppel. Rüdicher und sei Fraa" alias Sonja Ringelmann und Karin Laug erwiesen sich dabei als ausgesprochener Glücksgriff und dies nicht nur, well ihre umjubelte Premiere im Engelsaal binnen kurzem ausverkauft war.

Nach den von Beginn an lebhaften Reaktionen zu urteilen waren da sicherlich eine Menge Fans darunter, die in etwa wussten, was sie erwartete. Doch dessen hätte es gar nicht bedurft, um nach spätestens zehn Minuten jene ausgelassene Narrensitzungs Stimmung zu erzeugen, die der aktuellen Jahreszeit entsprach. Dass „Rüdicher and sei Fraa" ihre ersten Sporen in der unterfränkischen Faschingsszene der späten 90er Jahre verdient haben, ließ sich auch in ihrem neuen Programm nicht ganz verleugnen. Und doch ist dieses hinreisend komische Duo dank der Genauigkeit seiner Menschenbeobachtung mittlerweile über den Status eines reinen Prunksitzungsknallers hinausgewachsen.

,,Rüdicher und sei Fraa“ das ist eigentlich eine uralte, klassische Komödien Konstellation, die in damals zeitgemäßer Form schon bei den alten Griechen und Römern die Spätmachmittags bis Abendunterhaltung bestritt und hier eben im Gewand unterfränkischer Sprache und Mentalität für schenkelklopfende Heiterkeit sorgte.

Die Heiterkeit entsteht daraus, dass in unserer seit der Antike immer noch wesentlich patriarchalisch geprägten Gesellschaft die angestammten Rollen vertauscht werden vulgo: ,,die Frau die Hosen an hat“ und ihrem bedauernswerten Männchen sagt, wo's langgeht. Dazu maskieren sich die beiden Aktricen als typisches wenn auch mittlerweile historisch gewordenes altfränkisches Kleinbürger Ehepaar der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts, das sich in unserer schnelllebigen Zeit naturgemäß nicht mehr ganz zurechtfindet und im Fall der ,,Fraa" trotzdem mit einer gehörigen Portion Energie, Naivität und Bauernschläue das Leben in seinem beschränkten Rahmen zu meistern versteht, sei es als Restaurant oder Schwimmbadbesucher, bei, Kleidereinkauf oder nach des Tages Müh' und Plag' im gemeinsamen Ehebett...

Sonja Ringelmann und Karin Laug treffen dieses Verhältnis so weit ins Extrem, dass die ,,Fraa“ (Karin Laug), eine unentwegt räsonnierende, scheltende, keifende, nörgelnde „fränggische“ Xanthippe praktisch 99 Prozent der Wortbeiträge übernahm und ihrem Gespons nur die Rolle eines stumm leidenden Partners überließ.

Der arme Rüdicher…

Man kennt solche Monologe für zwei Personen aus den schwarzhumorigen Komödien von Thomas Bernhard, und wie dort bleibt auch hier dem armen „Rüdicher" nur übrig, mit sparsamer und dabei sprechender Mimik die nicht enden wollenden Standpauken seiner überdominanten Chefin zu kommentieren. Wie Sonja Ringelmann diese schwierige und undankbare Rolle absolvierte, hatte beachtliches Format, genau wie die imponierende und lautstarke Energieleistung der maulfertigen „Fraa“ (Karin Laug), die über eine urwüchsige vis comica verfügt, die für drei ausreichen würde.

Der jüngste gefeierte Kabarettabend im Engelsaal, wiewold gut in die Saison passend, war mehr als nur deftige Fasnacht, Ulk und Klamauk, es war genuine Kleinkunst, geboten von zwei Vollblut Komikerinnen, die das Zeug haben, über die engeren Grenzen ihrer Heimat hinaus bekannt zu werden.

Mainpost - 15.10.2007

String-Tangas taugen als Zahnseide
Rüdicher und sei Fraa im Grumbachschloss

RIMPAR (pm) Ein volles Haus und schallendes Gelächter aus den Mauern des Rimpaer Grumbachschlosses - die Veranstalter von radio rimpar zeigten sich sichtlich zufrieden mit dem vergangenen Samstagabend. Etwas über zwei Stunden begeisterten da nämlich die beiden Dettelbacher Kabarettistinnen Sonja Ringelmann und Karin Laug das Publikum mit unterfränkischem Humor, gepaart mit alltäglichen Situationen rund um das Eheleben nach 25 Ehejahren.

Die beiden Kabarettistinnen, besser bekannt als der Rüdicher und sein Fraa traten mit Ihrem neuen Programm "Ganzkörperkultur" vor Gästen aus dem ganzen Umkreis auf. Ob im Restaurant, im Schwimmbad oder bei der Schnäppchenjagd - Gelegenheit genug für Rüdichers Fraa, sich aufzuregen.

Selbst die Unterwäsche der Schwiegertochter ist vor ihrer geifenden Dauerkritik nicht sicher: "Der String-Tango is unökologisch. Mei ausgediente Unterhosn kannst wenigstens noch zum Fensterputzn nämm, däre ihr Tanga taucht allerhöchstens noch als Zahnseide!" Karin Laug griff wie immer in die volle Kiste ihres Repertoires. Und ihr Rüdicher (Sonja Ringelmann) brachte mit stummen Kommentaren und Pantomimen das Publikum zum Lachen. Dieses ließ die beiden Frauen erst nach zwei Zugaben von der Bühne.


Rhön- und Saalepost - 08.10.2007

Sie spricht, derweil er duldet und schweigt
Wie der "Rüdicher uns sei Fraa" das Publikum mit stillem Witz begeistert

BAD NEUSTADT Den dicken Schnurrbart braucht es schon, um die blonde Sonja Ringelmann in den stillen Rüdicher zu verwandeIn. Ganz auf alt gemacht wird aus Karin Laug seine wortgewaltige Fraa. Gemeinsam sind sie auf der Bühne unschlagbar, wenn sie ihren Alltag in Gänze vor dem begeisterten Publikum ausbreiten.

Der Rüdicher und sei Fraa sind im fränkischen Kabarett längst eine anerkannte Größe. Was vor mehr als zehn Jahren als KarnevaIsgag geplant war, das amüsiert Zuschauer heute frankenweit. „Ganzkörperkultur“ heißt das aktuelle Programm der beiden und spiegelt das zwischenmenschliche Spektrum einer in die Jahre gekommenen Ehe wieder. Sie spricht, er duldet und schweigt.

Es ist die Ruhe dieses Programms von Sonja Ringelmann (Rüdicher) und Karin 'Laug (Frau), die den Abend so kurzweilig werden lässt. Keine Hektik verbreiten der Rüdicher und sei Fraa, keine Jagd auf Pointen, keine mutwillig heraufbeschworenen Lacher. Nein, es ist viel mehr die ruhig zelebrierte Kommunikationslosigkeit zwischen den lange Verheirateten, die das Programm so unterhaltenswert machen.

Es geht alles schön gemächlich zu. Daheim am Tisch, gemeinsam im Schwimmbad oder im Restaurant. Die Fraa spricht und der Rüdicher kommentiert die Verbalorgien nur mit stiller Mine. Doch die ist vom Feinsten. Hinter der Kappe und dem dicken Schnurrbart verbirgt sich eine ausdrucksvolle Mimik und geflissentliche Gestik, die immer wieder das Publikum zum Lachen hinreisst.

Nicht alles, aber. das Wichtig ste weiß Rüdicher mit Kopf¬nicken oder schütteln zu kom¬mentieren und zu werten. Sei¬ner Frau ist das weitestgehend egal. Er braucht ja nicht zu sprechen, das erledigt sie schon. Und sie straft den ungeliebten Gatten auch, mal mit angekündigter Schweigsamkeit. Zehn Sekunden lang. Ein Musterbeispiel einer sich entfremdenden Beziehungskommunikation.

Der manchmal arg fehlende Tiefgang der Dialoge ist indes Programm. Alltagssituationen zwischenmenschlicher Bezie¬hungen wollen die beiden dar¬stellen, wollen zeigen, dass mitunter nur einer redet, der andere wortkarg, lediglich non¬verbal reagiert.

Mit dem Witz der beiden, die keinerlei Hemmungen haben, sich mit aufgeplustertem Hintern im Badeanzug eine Ewigkeit auf der Bühne zu bewegen oder, auf dem Boden liegend Schwimmbewegungen in einem nicht aufgeblasenen Planschbecken zu verrichten, wird der Abend zu einem ruhig inszenierten Spiegelbild so mancher Eheleute, die vor dem Rüdicher und seiner Frau im Publikum sitzen. Ihnen wird ein Spiegel vorgehalten und das Bild das sie darin sehen, wird auf der Bühne persifliert. Und es entspricht so sehr der Wahrheit. Aus dem Leben gegriffenes Kabarett.

Stefan Kritzer